Der Renteneintritt ist ein einschneidender Wechsel: Aus einer monatlichen Gehaltsüberweisung wird ein Mix aus mehreren Quellen — gesetzliche Rente, Zusatzrenten und Entnahmen aus deinem Vermögen. Die entscheidende Frage lautet nicht „reicht die Rente?", sondern: Wie viel habe ich vorher verfügbar — und wie viel nachher? Und welcher Teil davon liegt in deiner Hand. Genau das rechnen wir hier durch.
Das hier ist die Theorie. Wie sich dein Renteneintritt auf dein verfügbares Einkommen auswirkt, rechnest du schon bald mit deinen echten Zahlen direkt im Vermögensspiegel durch.
Was sich beim Renteneintritt ändert
Vorher speist sich dein Budget aus einer Quelle: dem Nettogehalt. Nachher setzt es sich aus mehreren Bausteinen zusammen, die einzeln kleiner sind. Gleichzeitig verschieben sich die Ausgaben — die Sparrate entfällt, das Pendeln endet, ein Haus ist vielleicht abbezahlt; dafür können Gesundheits- oder Pflegekosten steigen. Deshalb reicht es nicht, nur auf die Rente zu schauen — es geht um das gesamte verfügbare Einkommen im Vergleich.
Verfügbares Einkommen vorher und nachher
Stell dein heutiges Nettoeinkommen der Summe deiner künftigen Quellen gegenüber. Typischerweise sind das vier Bausteine:
- Gesetzliche Rente — die Basis, steht weitgehend fest (siehe Renteninformation).
- Betriebliche Altersvorsorge — falls vorhanden.
- Private Renten/Verträge — Riester, Rürup, private Rentenversicherung.
- Entnahme aus deinem Vermögen — Depot, Tagesgeld, Sachwerte. Der Baustein, den du selbst steuerst.
Der Hebel, den du steuerst: dein Vermögen
Gesetzliche und viele betriebliche Renten stehen weitgehend fest. Der Baustein, den du wirklich in der Hand hast, ist die Entnahme aus deinem Vermögen — im Beispiel der größte einzelne Posten nach der gesetzlichen Rente. Damit steht und fällt deine Planung an einer Frage: Wie lange trägt mein Kapital diese Entnahmen? Voraussetzung ist ein klarer Überblick über alle vier Säulen — Liquidität, Depot, Altersvorsorge, Sachwerte.
Genau dafür ist der Vermögensspiegel da: Er führt deinen Bestand ohne Bankanbindung zu einer Zahl zusammen — die Grundlage, um zu sehen, wie viel du monatlich entnehmen kannst. Die konkrete Höhe der Lücke rechnet der Ratgeber Rentenlücke berechnen; wie viel Kapital sie insgesamt erfordert, der Leitfaden Wie viel Vermögen brauche ich für den Ruhestand?.
Timing: früher, später, gleitend
Wann du in Rente gehst, verändert das „Nachher" spürbar. Ein vorzeitiger Eintritt kostet in der Regel dauerhafte Abschläge (üblich 0,3 % pro Monat, also 3,6 % pro Jahr des Vorziehens); ein späterer Eintritt erhöht die Rente. Modelle wie Teil- oder Flexirente erlauben gleitende Übergänge, bei denen du Teilzeit-Einkommen und Teilrente kombinierst. Was für dich gilt, steht in deiner Renteninformation — die Deutsche Rentenversicherung berät dazu kostenlos.
Bald: die Renteneintritts-Simulation
Wir bauen gerade eine Simulation, die dein verfügbares Einkommen vor und nach dem Renteneintritt gegenüberstellt — inklusive deiner Vorsorge und wie lange dein Vermögen die Entnahmen trägt. Bis dahin legst du deine Ausgangslage schon jetzt an.
Ausgangslage kostenlos anlegenHäufige Fragen
Wie viel Geld habe ich nach dem Renteneintritt verfügbar?
Nicht mehr ein Gehalt, sondern die Summe aus gesetzlicher Rente, betrieblichen und privaten Renten
sowie planmäßigen Entnahmen aus deinem Vermögen. Die gesetzliche Rente allein ersetzt oft nur rund die
Hälfte des letzten Nettos.
Welche Quellen ersetzen mein Gehalt?
Typischerweise vier: gesetzliche Rente, betriebliche Altersvorsorge, private Renten/Verträge und
Entnahmen aus deinem Vermögen. Den letzten Baustein steuerst du selbst am stärksten.
Was passiert, wenn ich früher in Rente gehe?
Meist dauerhafte Abschläge (üblich 0,3 % pro Monat / 3,6 % pro Jahr des Vorziehens); ein späterer
Eintritt erhöht die Rente. Teil-/Flexirente erlaubt gleitende Übergänge. Verbindlich: deine
Renteninformation und die Beratung der Deutschen Rentenversicherung.
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